Didaktische Begriffserklaerung
Wrapper-Fachbegriffe einfach erklaert. Fuer Schule, Studium, Wissenschaft und kritische Praxisnutzung.
Ziel dieses Glossars ist, zentrale Comm-SCI-Control-Begriffe ohne Vorwissen verstaendlich zu machen. Begriffe sind jeweils mit Bedeutung und praktischem Nutzen fuer den Alltag im Wrapper beschrieben.
Teil 1
Kernbegriffe des Wrappers
| Begriff | Bedeutung | Warum wichtig |
|---|---|---|
| Anchor | Status-Snapshot zur Kontextstabilisierung (`Comm Anchor`). | Reduziert Kontextverlust in langen Sitzungen. |
| Anchor Snapshot | Kompakter Zustandsauszug aus `Comm Anchor`. | Erleichtert Uebergaben in neuen Chats und sichert Kontextkontinuitaet. |
| Audit | Pruefung vergangener Antworten auf Contract-Konformitaet. | Erlaubt systematische Qualitaetskontrolle (schnell sichtbar, was belegt, unsicher oder regelwidrig in der LLM-Antwort ist). |
| CGI | Cognitive Gain Indicator als Nutzerfeedback-Signal. | Misst wahrgenommenen Erkenntnis-/Effizienzgewinn. |
| Compliance-Voraussetzungen | Bedingungen, die vor Ausgabe erfuellt sein muessen. | Verhindert Antworten ausserhalb der Governance. |
| Constraints | Verbindliche Grenzen fuer Struktur, Evidenz und Stil. | Verhindert Regelabweichungen bei langen oder komplexen Antworten. |
| Contract-Tests | Tests auf formale Verhaltenszusagen. | Pruefen nach Aenderungen, ob Schnittstellen und Regeln weiterhin wie vereinbart funktionieren (kein Rueckfall auf alte Fehler). |
| Control-Layer-Block | Explizite Blockausgabe bei harten Contract-Verletzungen. | Stoppt unsichere oder nicht-konforme Ausgaben. |
| Context-Pressure-Guard | Schwellwertmechanismus gegen Drift unter Kontextlast. | Priorisiert Kernregeln, bevor relevante Inhalte verloren gehen. |
| CSC | Comm-SCI-Control als Governance-System. | Rahmen fuer regelbasierte Mensch-LLM-Interaktion. |
| Drift | Abweichung vom erwarteten Governance-Verhalten ueber Zeit. | Fruehwarnsignal fuer Qualitaetsverlust. |
| Explore | Modus mit mehr Hypothesen und kreativer Offenheit. | Nutzt man fuer Ideation, nicht fuer harte Claims. |
| Execution-Pipeline | Feste Reihenfolge von Parse bis Render in der Runtime. | Reduziert Zufallsdrift und macht Verhalten vorhersagbar. |
| Farbkennzeichnungen | 🟢 [GREEN] / 🟡 [YELLOW] / 🔴 [RED] fuer Evidenzsicherheit. | Leser sehen Risiko und Sicherheit sofort. |
| JSON | Maschinenlesbares Format fuer Regeln und Zustandsdaten. | Erlaubt versionierbare, reproduzierbare Governance-Konfiguration. |
| Language Policy | Sprachregeln fuer Produktions- oder Benchmarkmodus. | Trennt Nutzerbetrieb und Vergleichsexperimente. |
| Logs | Persistierte Betriebs- und Verlaufsdaten. | Grundlage fuer Diagnose, Nachweis, Reproduktion. |
| Manual Test | Gefuehrte manuelle Testlaeufe im Panel. | Prueft reale Bedienpfade jenseits Unit-Tests. |
| Modulstatus | Sichtbarer Betriebszustand zentraler Wrapper-Module. | Hilft bei Diagnose und Fehlerlokalisierung. |
| Overlay | Zusatzmodus ueber Profil (z. B. Strict/Explore). | Steuert Stil- und Strengegrad ohne Profilwechsel. |
| Pending-Auswahl | Zwischenzustand nach `SCI on`, bis A-H ausgewaehlt wurde. | Verhindert unbeabsichtigte Variantenwechsel. |
| Pressure | Kontextdruck durch viele Tokens, Teilziele oder Konflikte. | Trigger fuer Kompression, Re-Anchor oder Moduswechsel. |
| Provenienz | Herkunftsnachweis einer Aussage bis zur Quelle. | Noetig fuer Audit, Quellenkonflikte und belastbare Claims. |
| QC-Footer | Ausgabezeile mit QC-Werten und ggf. Deltas. | Erlaubt schnelle Qualitaetskontrolle pro Antwort. |
| QC-Matrix | Qualitaetsdimensionen mit Soll-/Ist-Bewertung. | Macht Antwortqualitaet messbar statt rein subjektiv. |
| QC-Overrides | Temporare manuelle Abweichung von QC-Zielwerten. | Erlaubt gesteuerte Anpassung fuer spezielle Faelle. |
| R-RAG-Regeln | Robuste RAG-Regeln fuer retrieval-gestuetzte Aussagen. | Stoppt starke Behauptungen ohne hinreichende Quellenqualitaet. |
| RAG Governance | Regelset fuer quellenbasierte Aussagen mit Qualitaetsklassen. | Sichert Herkunft, Belastbarkeit und Konfliktbehandlung von Quellen. |
| Recurse-Verhalten | Temporare vertiefte SCI-Unterspur via `SCI recurse`. | Hilft bei Teilproblemen ohne Verlust des Hauptkontexts. |
| Regressionstests | Tests gegen Rueckfaelle in ehemals gefixtes Verhalten. | Schuetzt Stabilitaet bei Weiterentwicklung. |
| Runtime-Contract | Technischer Vertrag fuer erlaubte Antwortstruktur. | Stellt deterministisches Verhalten sicher. |
| SCI | Strukturierter Antwortmodus mit sichtbarem Trace. | Erhoeht Nachvollziehbarkeit der Argumentation. |
| SCI-Orchestrierung | Steuerlogik fuer SCI-Aktivierung, Variantenwahl und Trace-Regeln. | Sichert konsistente SCI-Ausgaben. |
| SCI-Varianten | A-H Methodenprofile fuer unterschiedliche Denkmodi. | Passt die Denkstruktur an Aufgabentypen an. |
| Self-Debunking | Pflichtblock zur aktiven Selbstkritik der Antwort. | Reduziert Uebervertrauen und Scheinsicherheit. |
| Strict | Modus mit strikter Evidenz- und Konsistenzfuehrung. | Geeignet fuer praezise, risikoaerme Antworten. |
| Token | Kleinste Verarbeitungseinheit im Modellkontext. | Bestimmt Kontextbudget und beeinflusst Antwortstabilitaet. |
| Trace-Step-Pflichten | Vorgegebene SCI-Schritte, die in der Antwort enthalten sein muessen. | Erlaubt Contract-Pruefung und Reproduzierbarkeit. |
| Unsicherheitskennzeichnung U1-U8 | Standardisierte Unsicherheitscodes fuer Daten-, Methoden- und Quellenprobleme. | Macht Unsicherheit explizit statt sie im Fliesstext zu verstecken. |
| Verification Gates | Regeln fuer starke/risikoreiche Aussagen mit Pruefpfaden. | Schuetzt vor unzureichend belegten Behauptungen. |
| Zeitstempel | Ausgabezeit in der Antwortmetadatenzeile. | Wichtig fuer Nachvollzug und Audit-Timeline. |
Teil 2
SCI-Varianten A-H mit typischen Aufgaben
| Variante | Fokus | Geeignet fuer | Beispielaufgabe |
|---|---|---|---|
| A Standard | Plan -> Solution -> Check | Normale Analysefragen mit klarem Ziel. | "Erklaere Vor- und Nachteile von Methode X." |
| B Deep-Dive | Erweiterte Dialektik (SCIplus) | Komplexe Streitfragen mit Gegenthese. | "Bewerte Nutzen und Risiken von AGI-Regulierung." |
| C Branch Evaluation | Verzweigte Loesungspfade | Mehrere moegliche Strategien vergleichen. | "Welche von drei Lernstrategien ist fuer mich am besten?" |
| D Axiomatic Reduction | First-Principles-Ableitung | Probleme, die auf Grundannahmen zurueckgefuehrt werden sollen. | "Wie leite ich diese Entscheidung aus Basisprinzipien ab?" |
| E Confidence Tracker | Konfidenz-Update mit Gegenargumenten | Unsichere Hypothesen systematisch pruefen. | "Wie sicher ist die These nach Einbezug von Gegenbelegen?" |
| F Impact Projection | Zweitordnungsfolgen | Folgenabschaetzung ueber mehrere Wirkungsebenen. | "Welche Nebenfolgen hat diese Reform in 2 Jahren?" |
| G Failure Mode Analysis | Pre-mortem/Inversion | Risikoplanung, Fehlerpraevention. | "Woran koennte das Projekt scheitern und wie verhindern wir das?" |
| H Multi-Agent Simulation | Mehrrollen-Synthese | Konfliktfelder mit mehreren Perspektiven. | "Wie sehen Arzt, Jurist und Manager dieselbe Entscheidung?" |
Teil 3
QC-Matrix: Bedeutung der Werte 0-3
| Dimension | 0 | 1 | 2 | 3 |
|---|---|---|---|---|
| Clarity | sehr unklar | teilweise unklar | klar | sehr klar/strukturiert |
| Brevity | deutlich zu lang | zu lang | angemessen kompakt | sehr kompakt (trotzdem brauchbar) |
| Evidence | rein spekulativ | schwach belegt | solide belegt | stark belegt / gut abgesichert |
| Empathy | keine Nutzerperspektive | geringe Ruecksicht | angemessene Ruecksicht | hoch anschlussfaehig ohne Flattery |
| Consistency | widerspruechlich | instabil | weitgehend konsistent | hoch konsistent und begruendet |
| Neutrality | einseitig/bias-lastig | teils einseitig | ueberwiegend ausgewogen | aktiv bias-reduzierend |
Weiterfuehrung