CSC Comm-SCI Begriffe
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Didaktischer Leitfaden

Kernbegriffe anschaulich erklaert verstaendlich fuer Einsteiger, praezise fuer Fachnutzer

Diese Seite richtet sich bewusst auch an interessierte Laien, Schueler, Studierende und fachfremde Wissenschaftler, ohne den fachlichen Kern zu verlieren.

Fuer Experten: Diese Uebersicht ist ein didaktischer Einstieg. Die normative Detailtiefe bleibt im JSON-Regelwerk und im Handbuch.

A-Z Zugriff

Begriffsindex (alphabetisch)

Anchor

Was: Comm Anchor erzeugt einen kompakten Session-Snapshot.

Warum wichtig: Kontextfenster von LLM laufen voll. Bei langen Chats werden Regeln in der Mitte leichter uebersehen. Anchor konserviert den Governance-Zustand und passt funktional zum Context-Pressure-Guard.

Nutzung/Migration: Comm Anchor -> neuen Chat oeffnen -> Snapshot einfuegen -> Init-Vortext + JSON laden -> Comm Start -> Profil setzen. So kannst du nahtlos weiterarbeiten, statt neu zu starten.

Typischer Fehler: Neustart ohne Snapshot und ohne Re-Initialisierung.

Audit

Was: Comm Audit prueft juengste Antworten auf Regelkonformitaet.

Laienformulierung: Audit ist eine Checkliste nach der Antwort: Was wurde eingehalten, was fehlt, was muss korrigiert werden?

Wie lesen: zuerst Schwere/Fundliste, dann verletzte Requirement IDs, dann konkrete Repair-Hinweise.

Praxisnutzen: Du erkennst, ob z. B. Unsicherheitslabel fehlen, Struktur verletzt ist oder Evidenzmarkierung nicht passt.

Audit-Faehigkeit: Antworten bleiben nachvollziehbar, weil Begruendungen, Quellenbezug und Vertragsverletzungen systematisch pruefbar sind.

Typischer Fehler: nur die Gesamtnote lesen und die Befunddetails ignorieren.

Context-Pressure-Guard

Schwellwert-Mechanismus: Sobald definierte Grenzwerte fuer Kontextlaenge erreicht sind, schaltet das System in kompaktere Modi und priorisiert Kernregeln.

Lost-in-the-Middle-Risiko: In langen Eingaben uebersehen LLM oft Inhalte aus dem Mittelteil. Der Guard reduziert dieses Risiko durch Re-Anchor und Textkompression.

Typischer Fehler: Warnhinweise ignorieren und immer weiter im Vollmodus schreiben.

Execution Pipeline

Was: feste Reihenfolge von Parse bis Render; kein loses Prompting.

Warum: senkt Zufallsdrift und erhoeht Reproduzierbarkeit.

Merksatz: Befehl erkennen -> Zustand setzen -> Voraussetzungen pruefen -> Ausgabe erzeugen.

P0-P5 Stufen

P0 Parse: Kommandos und Kontrolltokens erkennen.

P1 Route: Anfrage auf den passenden Workflow-Pfad leiten.

P2 State: Profil, Overlay und Status anwenden.

P2B Preflight: Pflichtchecks vor dem ersten Token.

P3 Output Contract: notwendige Ausgabestruktur erzwingen.

P4 Repair: einmaliger Reparaturversuch bei Vertragsbruch.

P5 Render: finale Darstellung und Formatierung.

Preflight Checks (PF-001..009)

Was: verbindliche Pruefschritte vor der Ausgabe.

CheckKurzfunktion
PF-001Bei reinen Kommandos keine Content-Bloecke (z. B. QC/Self-Debunking) ausgeben.
PF-002Bei aktivem SCI die erforderlichen SCI-Schritte vorab aufloesen.
PF-003Bei starken Claims mindestens eine Verifikationsroute planen.
PF-004Bei Unsicherheit U-Code + Unsicherheitszeile vor Render verfuegbar machen.
PF-005Self-Debunking korrekt platzierbar und innerhalb der Vertragsgrenzen sicherstellen.
PF-006QC-Footer-Vorlage und Positionierungsregeln vor Ausgabe absichern.
PF-007Keine Ausfuehrung von Auslese-/Override-Anfragen zu versteckten Systemprinzipien.
PF-008WEB-Claim nur mit vorhandener QualityClass; sonst Downgrade/U8/Block.
PF-009Command-Turn ist terminal: keine verzoegerten/retroaktiven Inhaltsantworten auf fruehere offene Fragen im selben Turn.

Typischer Fehler: Preflight als Empfehlung lesen; tatsaechlich ist es ein Pflichtvertrag vor dem ersten Token.

QC-Matrix

Zweck: kompakter Qualitaetsueberblick pro Antwort.

CodeBedeutung
0unzureichend / fehlt
1grundlegend / schwach
2solide / akzeptabel
3stark / Zielniveau

Delta-Zeichen: Δ+ ueber Zielwert, Δ0 im Zielbereich, Δ- unter Zielbereich.

Drift-Erkennung ueber Delta: Wenn bei mehreren Antworten hintereinander dieselbe Dimension von Δ0 auf Δ- kippt (oder mehrere Deltas gleichzeitig negativ werden), ist das ein Drift-Signal. Dann Re-Anchor, kuerzen und mit Comm Audit gegenpruefen.

Lesetipp: Ein negatives Delta bei "Evidence" oder "Consistency" ist oft kritischer als bei "Brevity".

RAG Governance

Einsteiger-Erklaerung: RAG Governance ist Qualitaetskontrolle fuer quellenbasierte Aussagen.

Kernregeln: keine starken WEB-Claims ohne QualityClass, kein falsches "green" bei anonymen Quellen, claim-genaue Provenienz bei Quellmix.

Mini-Checkliste: "Woher kommt die Aussage?", "Wie belastbar ist die Quelle?", "Gibt es Quellkonflikte?"

SCI-Trace + Variantenwahl

Was: strukturierte Denkschritt-Ausgabe, gewaehlt ueber SCI-Variantenbuchstaben.

VarianteGeeignet wenn...
Adu eine schnelle, aber strukturierte Analyse willst.
Bdu eine tiefe dialektische Analyse brauchst.
Cdu mehrere Optionen/Baeume vergleichst.
Ddu Annahmen kritisch stresstesten willst.
Edu eine kompakte Expertensynthese willst.
Fdu evidenzgetriebene Verifikationsrouten priorisierst.
Gdu Erklaerbarkeit/Lehrbarkeit maximieren willst.
Hdu maximale Auditierbarkeit benoetigst.

Regel: Variantenbuchstaben wirken nur als Standalone-Eingabe bei pending SCI-Menue.

Self-Debunking

Was: verpflichtende Gegenpruefung eigener Annahmen und Schwachstellen.

Warum: reduziert Uebervertrauen und macht Grenzen transparent.

Gute Praxis: staerkstes Gegenargument + Situation, in der die eigene Antwort scheitern kann.

Uncertainty Codes (U1-U8)

CodeBedeutungBeispiel
U1Data gap"Mir fehlt der noetige Datensatz."
U2Method uncertainty"Ergebnis haengt von Modellannahmen ab."
U3Calculation uncertainty"Naeherung erzeugt Fehlerspanne."
U4Temporal instability"Wert kann sich seit letztem Stand geaendert haben."
U5Tool unavailable"Live-Retrieval ist in dieser Session nicht verfuegbar."
U6Ambiguous query"Die Frage ist mehrdeutig formuliert."
U7Retrieval conflict"Quelle A widerspricht Quelle B zur selben Aussage."
U8Source quality unassessed"WEB-Claim ohne QualityClass."

Weitere Kernbegriffe (Kurzdefinitionen)

BegriffKurzdefinitionPraxisbezug
ProvenienzNachvollziehbare Herkunft einer Aussage oder Teilbehauptung.Ermoeglicht claim-genaue Quellenpruefung und Konfliktanalyse.
R-RAG-RegelnRegeln fuer robustes Retrieval-Augmented Generation mit belastbarer Quellenhaertung.Verhindert starke Claims ohne belastbare Quellenklasse.
Anchor SnapshotKompakte Zustandszusammenfassung aus Comm Anchor.Stabilisiert Sitzungen beim Chat-Wechsel oder nach Kontextdruck.
Audit-FaehigkeitGrad, in dem eine Antwort fuer Dritte pruefbar und begruendbar bleibt.Hilft auch Laien: Man sieht schnell, was belegt ist und was unsicher bleibt.
ConstraintsVerbindliche Grenzen und Vorgaben fuer Inhalt, Struktur und Nachweise.Reduziert Regelbruch und stille Drift bei langen Antworten.
PressureKontextdruck durch hohe Laenge, viele Teilziele oder widerspruechliche Anforderungen.Signal fuer Kompression, Re-Anchor oder Moduswechsel.
TokenKleinste Verarbeitungseinheit, aus der Modelle Eingaben und Ausgaben zusammensetzen.Token-Budget begrenzt Kontext und beeinflusst die Antwortqualitaet.
Context-Pressure-GuardSchutzmechanismus gegen Drift bei ueberlastetem Kontext.Aktiviert kompakteres Verhalten bevor Regeln verwischen.
RAG GovernanceQualitaetsregeln fuer quellenbasierte Aussagen.Sichert Herkunft, Belastbarkeit und Konfliktbehandlung von Quellen.
JSONMaschinenlesbares Regel- und Datenformat fuer Comm-SCI-Vertraege.Haelt Konfiguration und Governance versionierbar und reproduzierbar.
Execution-PipelineFeste Abfolge von Parse bis Render.Macht Verhalten vorhersehbar statt zufaellig promptgetrieben.
Unsicherheitskennzeichnung U1-U8Standardisierte Unsicherheitscodes mit klaren Ausloesern.Trennt gesicherte Aussagen von offenen Daten-/Methodenluecken.
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